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Das Mekka für Langstreckenspezialisten
in Deutschland lockte am Wochenende des 23.07.06 einmal mehr mit den
84,4 km (Doppelmarathon). In Prezelle wurde wie jedes Jahr wieder die
Deutsche Meisterschaft im Doppelmarathon ausgetragen. Für den BoSS 05
mit am Start Margit Morgiel (AK 40 Damen), Christoph Pawlowski (AK 30
Herren) und Detlev Göpel (AK 50 Herren).
Bei Margit (Maggi) Morgiel ging es einmal mehr um die Plätze. Angekündigt hatten sich einige der härtesten Konkurrentinnen von Maggi. Im Rennen verlief für sie dann alles phantastisch. Nach dem gemeinsamen Start des gesamten Damenfeldes machten die Hauptklasse und AK 30 Damen ordentlich Tempo. Hier kam Maggi die spezielle Trainingsvorbereitung mit Trainer Valeri Vorobev und insbesondere die Technikverbesserung durch das Eistraining im Winter sehr zu gute. Die harten Attacken konnte sie gut mitgehen und war nicht ernsthaft gefährdet abzureißen. Anders erging es vielen Mitstreiterinnen, die sehr früh den Zug fahren lassen mussten.
Der einsetzende Regen machte die Bedingungen jedoch immer schwerer und im Verlaufe der zweiten Runde gelang es einer kleinen Gruppe auszureißen. Hierbei war das Tempo so hoch, dass keine der AK 40 Favoritinnen den Anschluss an diese Gruppe halten konnte. Auch Maggi fand sich dadurch in der Verfolgergruppe wieder. Dennoch wurde auch hier weiter kräftig attackiert. Erst ca. 10km vor Rennende sahen die Beteiligten ein, dass die Entscheidung wohl im Sprint fallen musste. Den im Sprint jedoch noch deutlich überlegenen AK Konkurrentinnen konnte Maggi dann leider nicht mehr viel entgegensetzen. Zu sehr steckten ihr die 84 km in den Beinen. Dennoch erkämpfte sie einen hervorragenden 3. Platz in ihrer Altersklasse. Keine der sonst stärkeren Konkurrentinnen hatte außer ihr noch den Anschluss an diese Gruppe halten können. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!
Für Christoph Pawlowski ging es darum, das Desaster des Vorjahres aus Materialversagen, Stürzen und Krämpfen vergessen zu können und natürlich darum in seiner Altersklasse eine fordere Platzierung zu erkämpfen. Laktat- und Formtests sowie einige vorherige Wettkämpfe hatten gezeigt, dass die Trainingssteuerung offenbar sehr gute Ergebnisse erzielt hatte. Platz 15 der AK oder besser, so lautete sein selbst gestecktes Ziel.
Nach dem gemeinsamen Start der Hauptklasse und AK 30 Herren wurde das Tempo sofort relativ hoch angesetzt. Immer wieder wurden Attacken der Spitzenläufer gesetzt, die jedoch offenbar nur dazu dienen sollten das Feld zu dezimieren, was auch gelang. Gegen Rennhälfte wurden die Attacken dann härter und es wurden einige Ausreißversuche unternommen, die jedoch vom Feld immer wieder vereitelt wurden. Im Verlaufe der dritten Runde versuchten zwei der favorisierten Teamfahrer zu entkommen. Die übrigen Teammitglieder stellten daraufhin natürlich sofort die Arbeit ein und das Feld fächerte auf. Christoph erkannte sofort die Gefahr und setzte gemeinsam mit einem Mitstreiter nach. Den bereits herausgelaufenen Vorsprung der Ausreißer konnten beide jedoch recht schnell wieder aufholen.
Trotz der nassen Strecke und den teilweise schmierigen Streckenabschnitten wurde das Tempo und die Attacken kaum verringert. Insbesondere der leichte Anstieg nach dem Start wurde immer wieder zu harten Angriffen genutzt. In der letzten Runde musste auch Christoph hier die Führungsgruppe mit einigen anderen Mitstreitern ziehen lassen. Sein Problem: einmal mehr Krämpfe in den Oberschenkeln. Gemeinsam mit den abgerissenen Kameraden setzte man jedoch die Fahrt fort. Hierbei achtete man darauf das Tempo möglichst hoch anzusetzen, um nicht zu riskieren auf den letzten 15 km noch von einer Gruppe eingeholt zu werden. Gemeinsam erreichte man das Ziel etwa 3 Minuten später als die knapp 30 köpfige Spitzengruppe. "Platz 11 der Altersklasse und Platz 32 der Gesamtwertung in 2 Stunden 26 Minuten" so freute sich Christoph das ist doch ein super Ergebnis! Zwar hatte er es leider nicht geschafft die Führungsgruppe zu halten, jedoch war dort immerhin ein neuer deutscher Rekord und das auf nasser Strecke mit 2:23 Std. aufgestellt worden.
Für Detlev Göpel hieß die Devise: "Dabei sein, ankommen und nicht Letzter werden". Schon am Start stellte sich heraus, dass in seiner 'Preisklasse' (~1:40 auf Marathondistanz) kaum jemand den Doppelmarathon fährt. Der letzte längere Zug war jedenfalls für ihn nicht zu halten und so war es nur schlau, das frühzeitig zu merken und ihn davonziehen zu lassen. Zum Glück fand sich nach kurzer Zeit am Ende des Feldes ein 4er-Grüppchen, welches auf den kommenden 75km auch zusammenblieb und viel Spaß an der langen 'Ausfahrt' hatte (3:53:09).
Noch ein viertes Mitglied des BoSS 05 wurde auf der Strecke gesichtet: Schon kurz nach sechs Uhr, wo noch alle in den Betten lagen, ging Gabi Göpel auf die Bahn um erste Tests auf Halbschuhen zu absolvieren. Allerdings nicht früh genug, um dem Fotografen (Reiner Huß) zu entkommen. Hatte ihn etwa die Sorge um seine Boots um den Schlaf gebracht? Völlig zu unrecht, wie man sieht ;-)
Bild: © 2006 Reiner Huß www.inlion.com
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